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Datengestützte Klimawende - Eine gemeinschaftlich erarbeitete Methode

Nora Bittmann Di, 09 Januar 2024

Die Verwaltung öffentlicher Güter ist eine schwierige Aufgabe, die vor dem Hintergrund multipler Krisen zunehmend komplexer wird. Für ein Leben auf einem immer wärmeren Planeten benötigt unsere Gesellschaft eine neue Wirtschaftsordnung. Der Aufbau einer Wirtschaft, die für das 21. Jahrhundert gerüstet ist, erfordert neue Konzepte und Institutionen.

Dazu zählen Klima-Aktionspläne und Investitionsstrategien, Klimahaushalte, klimafreundliche Finanzierungsprogramme und nachhaltige Energieversorgungskonzepte, aber auch EU-weite Initiativen wie die EU-Mission „100 klimaneutrale und intelligente Städte“ und globale Mechanismen wie die national festgelegten Beiträge (Nationally-Determined Contributions; NDCs) und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals; SDGs).

In diesem Weißbuch stellen wir eine Szenariomethode vor, die die Arbeit mit diesen Prozessen vereinfachen soll und ein unterstützendes Rahmenwerk sowie eine Plattform umfasst. Der vorliegende Ansatz ist iterativ und wirkungsorientiert und dient als Ergänzung zu bestehenden kommunalen Initiativen. Er wurde gemeinsam mit lokalen, regionalen und nationalen Behörden in ganz Europa und darüber hinaus erarbeitet.

Bei vielen der Ideen, die in Beschlüsse einfließen – wie der Donut-Ökonomie, planetaren Grenzen oder der Kreislaufwirtschaft – geht es um Ressourcen. Eine gerechte Klimawende erfordert die sorgfältige Verwaltung dieser Ressourcen, was wiederum eine Einigung von Interessengruppen voraussetzt, die so divers sind wie die Gesellschaft selbst. Es gilt, verschiedene Szenarien zu untersuchen, um zu verstehen, welche Verlagerungen in den Bereichen Ressourcennutzung, Energie und Finanzen sich auf die Möglichkeit der Bevölkerung auswirken, ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Im Grunde baut die Methode auf Wirkungen auf. Um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, müssen bestimmte Aktivitätsverlagerungen erreicht werden, die durch kommunale Merkmale beeinflusst werden und welche wiederum durch formal beschlossene Maßnahmen geändert werden. Doch wer bei der Beschlussfassung auf perfekte Daten wartet, bremst den Fortschritt. Daher entwickeln Kommunalverwaltungen Methoden, mit denen auch Daten, die „gut genug“ sind, verwendet werden können. Selbst unvollkommene Daten können als ausreichende Grundlage für gute Beschlüsse dienen, wenn sie mit Modellen, Mathematik, Visualisierungen und – besonders wichtig – einer iterativen Denkweise kombiniert werden.

Die hier vorgestellte gemeinschaftlich erarbeitete Methode vereint die Präzision der Physik mit der Differenziertheit der Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften.

Kommunalen Verwaltungsmitarbeiter:innen gibt sie Instrumente an die Hand, mit denen sie verschiedene Szenarien ermitteln, bewerten und sich für diese stark machen können. Die wiederholte Präzisierung dieser Szenarien unterstützt die Kommune dabei, ihre Ziele mit Dringlichkeit, Agilität, Effizienz und Verbindlichkeit zu erreichen.

 

Weißbuch herunterladen: Datengestützte Klimawende